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O b e r S c h l e s i e n
Rathay-Biographien:
Persönlichkeiten aus Schlesien
Die Oder
Hindenburger
Heimattreffen
Internierung
Deutscher Zivilisten (Dr. Pavel M. Polian)
http://www.wprost.pl/ar/?O=12571&pg=0
http://pl.wikipedia.org/wiki/Obóz_NKWD_w_Toszku
http://www.raportnowaka.pl/news.php?typ=news&id=187&page=3
Nobelpreisträger aus Schlesien
Schlesier in Straßennamen in Berlin
Schlesier in Buffalo USA
Dozenten der Mathematik an der Berliner Uni
Kulturpreis Schlesien des Landes NdS
Schlesien einige Daten
Inflationsgeld
Pochodzenie
= Abstammung
"Viele Gedanken können verdrängt werden, zeitweise
auch der Gedanke an die Heimat, aber eines Tages wird die Erinnerung an die
Heimat, die Sehnsucht nach der Heimat wieder mit urwüchsiger Gewalt
hervorbrechen"
Joseph von Eichendorff
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Begriffe: |
Autochthon = Ureinwohner = die Deutschen in Schlesien |
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Repatriant = Auswanderer, der zurück gekehrt ist. |
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Wincenty Pstrowski, Sozialistischer
"Held der Arbeit"
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S k l a v e r e i
Nach der
Vertreibung
der einheimischen Bevölkerung aus Oberschlesien, mussten die
freigewordenen Wohnungen und Häuser und Bauernhöfe, mit neuen
Bewohnern, Zuwanderern, besiedelt werden. Dazu wurden großartige
Rückführungsaktionen für Repatrianten (Rückkehrer nach mehrjährigem
Auslandsaufenthalt) gestartet. Es handelte sich um Polen, die vor
Jahrzehnten in den Westen ausgewandert waren. Vornehmlich nach
Frankreich sowie nach Belgien. Die polnischen Behörden haben Werber in
die Bergbaugebiete Frankreichs und Belgiens geschickt.
Allen Repatrianten wurden von den Werbern voll funktionierende
Bauernhöfe von vertriebenen Deutschen, mit gefüllten Kornspeichern
sowie mit Kühen und Pferden im Stall zugesagt.
Es war Betrug, denn für alle gab es das nicht. Die Vorräte waren
längst aufgebraucht, die Tiere aufgegessen. Einige waren sehr
verbittert, aber ein Zurück gab es für sie nicht. War eine ausgesuchte
Wohnung/Bauernhof noch mit Deutschen belegt, wurden diese in extra
dafür eingerichtete Lager verfrachtet. Es gab
mindestens 2.500 dieser Lager, die oft Todeslager gewesen waren. Bei
bestimmten Lagerkommandanten konnte man auch von Vernichtungslagern
sprechen, vom Holocaust an der deutschen Bevölkerung.
Die zweite Gruppe der Siedler umfasste die vertriebenen Polen aus den
polnischen Ostgebieten. Wie bekannt, hat Stalin Polen nach Westen
verschoben. Natürlich hat Stalin mehr im Osten von Polen abgeschnitten,
als im Westen dazugegeben. Die Staatsgrenzen Polens waren nach dem Krieg
ca. 500 km kürzer, als vor dem Krieg. Die dritte Gruppe der Zuwanderer
bildeten verarmte Polen aus dem Hinterland, sowie "verdiente"
Partisanen und Parteifunktionäre, die großzügig belohnt worden waren.
Belohnt mit Posten und/bzw. mit den Deutschen geraubtem Hab und Gut.
Einer dieser Repatrianten aus Belgien (in Belgien 1928 bis 1946) war
obiger Vinzenz Pstrowski. Er hatte sich missbrauchen lassen - er hatte
aber mitgemacht. Ich klage ihn an, mitschuldig zu sein an Tod und
Krankheit zehntausender Schlesier.
Es war ein ausgemachter Schwindel mit der Übererfüllung der
Arbeitsnorm um 1.300 %. (In der DDR hat es zum 17.Juni geführt!)
Trotzdem wurden wir an dieser Norm gemessen. Es hieß, doppelte Arbeit,
für die Hälfte des Lohnes. Viele von unseren Leuten sind an dieser
Arbeits-Norm zugrunde gegangen. Hinzukam, dass die Versorgung mit
Lebensmitteln sehr schlecht war.
Ein "typischer Einkauf" aus diesen Tagen: 100 gr.
Margarine, 50 gr. Marmelade, 100 gr. Zucker und 3
Zigaretten. Gegessen wurden Pellkartoffeln mit dem Wasser von
eingelegten Heringen. Oder Brot mit Maggi beträufelt.
Eine 6 Tage Woche zu 8 Stdn täglicher Arbeitszeit war
vorgeschrieben. Die Betriebe haben Abteilungen
"Arbeits-Disziplin" geführt. Wer drei Tage im Monat gefehlt
hatte, wurde vor Gericht angeklagt und abgeurteilt, "wegen
Bummelantentum". Die Abgeurteilten wurden am Pranger mit Bild und
voller Adresse ausgestellt.
Die Betriebe hatten einen eigenen Betriebsarzt, der die strikte
Anweisung hatte, nicht mehr als die ihm zugewiesenen Fehlzeiten wegen
Krankheit pro Jahr zuzulassen. Hatte dieser Arzt dagegen verstoßen,
wurde er entlassen. Das führte dazu, dass so mancher von uns mit Fieber
und Schüttelfrost in die Grube einfahren musste.
Wer ernsthaft erkrankte, der musste seine 7 Tage Tarifurlaub für die
Gesundung verwenden. Gegen Jahresende war die Chance krankgeschrieben zu
werden größer, als zum Jahresbeginn. Kam es zu Beginn des Jahres zu
einem dieser spektakulären Grubenunglücke, die relativ häufig
vorkamen, unsere Grube war die tiefste und gefährlichste des gesamten
Bergbaus, die Sicherheitsvorkehrungen schlecht bzw. gar nicht vorhanden,
auch wegen der hohen Arbeitsnormen, so war die Chance krankgeschrieben
zu werden gleich Null. Für den Samstag wurde später ein 6 Stdn
Arbeitstag eingeführt. Von uns Schlesiern hat man aber verlangt, 8 Stdn
zu arbeiten und diese zwei Stdn für den Wiederaufbau von Warschau zu
spenden.
Es gab leider Nachahmer. So war Jan
Gaworek, mit Emil Mosko am 1.5.54 auf 540 % der Arbeitsnorm
gekommen. Das hatte zur Folge, dass die allgemeine Arbeitsnorm
entsprechend für alle wieder erhöht wurde. Wir Schlesier, die
Autochthonen, waren Arbeitssklaven und Gefangene des polnischen Staates.
Vae Victis!
Vinzenz Pstrowski
Englisch:
There were some spectacular actions especially in late forties
and early fifties to improve the work efficiency. The communists were looking
for young, healthy, strong and indoctrinated men and women who would follow an
example of Aleksei Stachanov. Stachanov was a famous Soviet miner who
initiated socialistic working competition in 1935. Stachanow was achieving
incredibly high production figures. He was considered a communistic hero. "Many
years later, Soviet authorities admitted that Stachanov was assisted by a team
of miners when he performed his heroic feats. Workers who were following
Stachanov example exceeding the norms many times were called Stachanov workers."
Polish equivalent of Stachanov was Wincenty Pstrowski, a miner who
initiated the socialistic competition in 1947. While Stachanov lived over 70
years, Pstrowski died from leukemia a year later, in 1948.
Polnisch:
Wincenty
PSTROWSKI, urodził się w 1904. Górnik, od 1928 pracował
w kopalniach w Polsce i Belgii. Powrócił do Polski w 1946
r. Członek PPR. Pracując jako rębacz w kopalni „Jadwiga” 27
lipca 1947 ogłosił list otwarty do górników, wzywający do współzawodnictwa
pracy i przekraczania norm. Ogłoszony przez propagandę
komunistyczną jako pierwszy „przodownik pracy”. Zmarł w 1948 r.
Niewielu było w muzeach przodowników pracy, choć komunistyczna
propaganda zapowiadała "eksponowanie rewolucyjnych przykładów
pracy". W tej nielicznej grupie znaleźli się przede wszystkim
sztandarowi przodownicy: Bugdoł, Sołdek oraz Pstrowski z hasłem -
"Kto wyrąbie więcej niż ja?". Wyrąbał
niewiele, bo zmarł na pylicę w niecały rok po podjęciu
zobowiązania. (aus:
http://www.nowe-panstwo.pl/archiwum/nr17-18/glowna/his_cola.htm)
Czołowy rębacz
chodnikowy kopalni "Pstrowski", Jan Gaworek, wraz z ładowaczem
Emilem Mośko wykonali po raz drugi zadania sześciolatki jako pierwsi górnicy
w przemyśle węglowym. W czynie produkcyjnym na cześć 1 Maja
w 1954 roku osiągnęli 540% normy w ciągu dniówki. Węgiel
wydobyty w tym dniu przez Gaworka i Mośkę wystarcza na wyprodukowanie
około 36 ton żelaza
Trwa walka o rytmiczne
wykonywanie
Philip Ther: (Auszug)
Die
These von der Besiedlung der wiedergewonnenen urpolnischen Westgebiete stand
seit 1945 ganz oben auf der politischen Agenda der polnischen Politik. Da die
Zahl der Repatrianten nicht ausreichte, um die von Deutschen verlassenen Räume
zu besiedeln, wurden auch Umsiedler aus Zentralpolen herangeführt. Bis heute
spürt man diese nicht konfliktlose Zusammensetzung der jetzigen Bevölkerung.
Relativ früh waren die politisch Verantwortlichen von der Endgültigkeit der
neuen Grenze überzeugt, der Begriff Vertriebene war deshalb politisch nicht
opportun. Vertriebene wurden zu Umsiedlern, die Vertriebenenproblematik zur
sozialen Frage, die in wesentlichen Bereichen mittels der Bodenreform gelöst
werden sollte. Bereits Ende der vierziger/Anfang der fünfziger Jahre war nach
offiziellen Bekunden die Umsiedlerproblematik gelöst. Das dritte Kapitel
behandelt das Verhältnis der Vertriebenen in beiden Ländern zu anderen
Bevölkerungsgruppen, in der SBZ/DDR zu den Einheimischen. Eine flächendeckende
große Solidarität gab es mit Ausnahmen nicht. Ther bringt schlimme Beispiele
radikaler Ablehnungen. In der Schlussbetrachtung untersucht der Autor den
unterschiedlichen Grad der Integration der Vertriebenen Mitte der fünfziger
Jahre in die Gesellschaften der DDR und Polens. Er berücksichtigt verstärkt die
Entwicklung in der Bundesrepublik schon wegen des hohen Anteils von Vertriebenen
am Flüchtlingsstrom aus der DDR. Den zeitlichen Endpunkt 1956 begründet Ther mit
der Rede Chruschtschows auf dem zwanzigsten Parteitag der KPdSU, die eine
historische Zäsur darstellte.
Umfangreiche deutsche und polnische Literatur, neu entdeckte und bisher
nicht ausgewertete polnische Quellen sowie ein überdimensionaler
Anmerkungsapparat sind eindrucksvolle Belege für die große Fülle an Aspekten und
Fakten, die die Arbeit bietet. Dem Leser wird schnell deutlich, dass die bei
vielen deutschen Vertriebenen vorhandene Hoffnung auf eine Rückkehr in die
Heimat eine tragische Illusion war, die Inszenierungen der Vertreibungen der
Polen und der Deutschen zielten 1944 1946 auf endgültige Regelungen.
Zur Quintessenz des Inhalts gehört die Frage, ob sich aus den
Vertreibungen infolge des Zweiten Weltkrieges Erkenntnisse für die heutige
Balkanpolitik ergeben. Das ist für jeden Leser empfehlenswert, der sich mit dem
Phänomen von Vertreibung als Mittel der Politik im 20. Jahrhundert beschäftigt.
Philip Ther:
Deutsche und polnische Vertriebene. Gesellschaft und Vertriebenenpolitik
in der SBZ/DDR und in Polen 19451956.
Vandenhoeck [amp ] Ruprecht Verlag, Göttingen 1998; 382 S., 74,
http://pogranicza.szczecin.art.pl/piskorski.htm
http://sga.euweb.cz/clanky/ther-002.htm
http://sga.euweb.cz/debata/pankova-002.htm
Vor
dem Woiwodschaftsgericht in Oppeln wurde am Freitag, dem 27.
Januar
2001, der Mordprozess
gegen den ehemaligen Kommandanten des Aussiedlungslagers Lamsdorf, Czeslaw
Geborski, eröffnet. Die Bezirksstaatsanwaltschaft beschuldigt den heute
76jährigen der geistigen Urheberschaft von 48 Fällen von Totschlag zu
tragen.
Das
Aussiedlungslager Lamsdorf wurde vom Landrat des Kreises Falkenberg auf
der Grundlage der Verordnung Nr. 88 des Woiwoden General Aleksander
Zawadzki vom 18. Juni 1945 eingerichtet, um die für die Vertreibung
vorgesehene oberschlesische Bevölkerung für den Abtransport zu sammeln.
In der Verordnung heißt es, dass bei Ankunft eines „Repatrianten“
oder Siedlers der betreffende Deutsche oder die deutsche Familie in ein
Lager abzuschieben seien, um für die ankommenden „Repatrianten“ und
Siedler Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das Lager Lamsdorf wurde im
Juli 1945 - Wochen vor den Potsdamer Beschlüssen - eingerichtet. Aus 30 Dörfern
des Kreises Falkenberg sind Oberschlesier unter Zwang dorthin verbracht
worden, deren Häuser und Bauernhöfe wurden konfisziert. Staatsanwalt
Kula sieht es als erwiesen an, dass die Lagerinsassen unter ihren
Kommandanten Geborski brutalste Gewalt zu erleiden hatten. Es fehlte an
Medikamenten, das Essen war schlecht und dürftig. Wiederholt habe
Geborski seine Wachmannschaft, die einen permanenten Alkoholkonsum
pflegte, zu Gewalttaten animiert. Mindestens anderthalb tausend
Oberschlesier starben.
Dem
Beklagten wird die Ermordung von mindestens 48 Lagerinsassen am 4.10.1945 zur Last gelegt. Damals kam es im Aussiedlungslager zum Brand einer
Baracke. Die Wachmannschaft forderte Internierte zum Löschen des Brandes
auf und schoss während der Brandbekämpfung wahllos auf die Menschenmenge
ein. Der damals einundzwanzigjährige Kommandant habe diesen Brand, so Kula, von langer Hand vorbereitet. Auf seinen Befehl hin mussten am Tag
zuvor Gefangene eine große Kuhle ausheben, die Stunden später zu ihrem
eigenen Massengrab werden sollte. Die Baracke sei von den Lageraufsehern
oder von Geborski persönlich angesteckt worden. Schließlich habe er der
angetrunkenen Wachmannschaft auch den Schießbefehl erteilt. Er selbst
habe Menschen während des Löschens erschossen, führte der Staatsanwalt
in seiner anderthalb Stunden dauernden Begründung der Anklage aus.
Der
Beschuldigte musste sich drei Stunden lang den Fragen der Bezirksrichter
stellen. Er verneinte jegliche Schuld und Verantwortlichkeit an den ihm
zur Last gelegten Straftaten. Er sei kein Krimineller und habe nie den
Befehl erteilt, jemanden umzubringen. Am besagten 4. Oktober sei er nicht
im Lager gewesen, sondern zu Gesprächen beim Sicherheitsdienst in
Falkenberg. Angehörige der Wachmannschaft berichteten ihm später, dass
die Gefangenen einen Ausbruch versucht hätten und dazu die Baracke in
Brand gesteckt hätten, um die Aufseher abzulenken. „Ich bin absolut
unschuldig“, betonte Geborski mehrmals. Hinter den Anschuldigungen sieht
er "deutsche Revanchisten" und die "Fünfte Kolonne", die immer noch
hier in diesen Gebieten lebt. Die Vorwürfe entsprängen einer "deutschen Suggestion", die das Buch
"Die Hölle von Lamsdorf" des
Lagerarztes Heinz Esser ausgelöst habe. Dessen Schilderungen seien an den
Haaren herbeigezogen. Tatsächlich habe Esser für sein Buch Berichte des
polnischen Arztes Dr. Olcha verwendet. Olcha, der mit Esser in Falkenberg
und Lamsdorf mehrmals zusammentraf, habe ihm von dessen grausamen
Erlebnissen in deutschen Lagern zwischen 1939 und 1945 erzählt. "Mein
Lager", führte Geborski weiter aus, sei im Vergleich zu Essers
Lagerbericht tatsächlich "eine Sommerresidenz" gewesen.
Czeslaw
Geborski, dessen Bruder von Wehrmachtssoldaten erschossen und dessen Vater
von den Nazis zur Zwangsarbeit eingezogen wurde, kam 1945 als Angehöriger
der Roten Armee nach Oppeln. Bereits im Oktober 1945 beauftragte die
damalige Woiwodschaftsführung eine Untersuchungskommission, die bekannt
gewordenen Vorfälle vom 4. Oktober zu untersuchen. Derweil wurde Geborski
zur Miliz nach Kattowitz versetzt. 1947 wurde die Untersuchung
eingestellt, das aufschlussreiche Aktenmaterial 1969 vernichtet. 1957
wurde er noch einmal unter Mordanklage gestellt; doch dieser Prozess vor
dem Woiwodschaftsgericht Oppeln endete zwei Jahre später mit einem
Freispruch. Unterdessen machte Geborski als Milizionär in Kattowitz
Karriere. Er erhielt den Verdienstorden und die Grunwald-Medaille. Erst
mit der Wende wurde es möglich, die deutschen Berichte über das Lager
Lamsdorf ohne eine politische Einflussnahme zu überprüfen. Vor allem die
Staatsanwaltschaft Hagen leistete ertragreiche Amtshilfe, in dem sie ihr
gesamtes Aktenmaterial zu Lamsdorf der Staatsanwaltschaft Breslau überstellte,
die 1998 das Verfahren gegen den jetzt Angeklagten wegen „Verbrechen
gegen die Menschlichkeit“ erneut ins Rollen brachte. Der Freispruch von
1959 erschwerte allerdings die Beweisaufnahme, da die geltende Rechtslage
untersagt, einen einmal ausgesprochenen Freispruch in Frage zu stellen.
Erst die Erkenntnis, dass von den Untersuchungen von 1945 bis 1947 keine
Unterlagen mehr vorhanden waren und beim Prozess in den 1950er Jahren kein
Freispruch hinsichtlich des Barackenbrandes erfolgte, ermöglichte eine
erneute Anklage. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, 150 Zeugen
vorzuladen und weitere 150 schriftliche Zeugenaussagen verlesen zu lassen.
Unterdessen
beantragte die Verteidigung, den Beschuldigten auf seine Prozesstauglichkeit
untersuchen zu lassen. Sollte der Antrag abgelehnt werden, wird der Mordprozess
vor dem Woiwodschaftsgericht am 27. Feb. 01 fortgesetzt.
http://www.mitteleuropa.de/lamsdorf.htm
http://www.slonsk.de/Slonsk/Aahe/GeborskiSuggestionen.htm
Polnisch:

Czeslaw Geborski - Nach-Kriegsverbrecher
Kommandant in KZ-Lamsdorf
ZBRODNIARZ STALINOWSKI WCIAZ MIESZKA WSROD NAS
Od lipca do wrzesnia 1945 funkcjonariusz MO Czeslaw Geborski pelnil
funkcje komendanta tzw.obozu przejsciowego w Lambinowicach. W obozie tym
wieziono mieszkancow powiatu niemodlinskiego, ktorych komunistyczne
wladze zamierzaly wypedzic do Niemiec. Wiekszosc osadzonych stanowily
kobiety, dzieci i starcy.Wiezniowie poddawani byli okrutnym torturom.
Wedlug szacunkowych danych z okolo 8 tysiecy Gornoslazakow
przetrzymywanych w obozie zginelo ponad 6 tysiecy. Z zeznan tych, ktorzy
przezyli wynika, ze Czeslaw Geborski odznaczal sie szczegolnym
bestialstwem. Dnia 28 maja 1997 Liga Republikanska, Ruch Autonomii
Slaska oraz Zwiazek Ludnosci Narodowosci Slaskiej zorganizowaly pikiete
pod domem kata Lambinowic w Katowicach-Zawodziu,przy ul.1 maja 48 (kolo
rektoratu Akademii Ekonomicznej).Informowaly o niej rozglosnie radiowe,
prasa katowicka, opolska, oraz niemiecka, zwiazana z organizacjami
ziomkowskimi, oraz lokalna telewizja. Ton relacji byl dosc zroznicowany.
W niektorych pobrzmiewala nuta wspolczucia dla starego, schorowanego
czlowieka nekanego przez politycznych awanturnikow. Organizatorom
zarzucano ostracyzm i lekcewazenie procedur prawnych. Czeslaw Geborski
zaprzeczyl wszelkim zarzutom, powolujac sie na uniewinniajacy go wyrok
Sadu Rejonowego w Opolu z 1949 roku. Podczas tego procesu Cz.Geborskiem
i jego wspolpracownikowi Ignacemu Szypule zarzucano, ze:
-latem 1945 podczas dochodzenia w sprawie rzekomej ucieczki jednego z
osadzonych,prowadzonego przez Geborskiego i Szypule, wiezniow bito i
kopano, w wyniku czego 9 z nich zmarlo.
-w wyniku tortur smierc poniosl Jozef Grencer, ktory powrocil z
niewoli radzieckiej
-w drugiej polowie 1945 z winy 5 straznikow smierc poniosla kobieta
bedaca w 9 miesiacu ciazy. Nastepnie zastrzelono je 2letnia corke, gdy
skladala kwiaty na grobie matki
-w drugiej polowie 1945 Geborski i Szypula obcieli pila chora noge
nauczycielowi Wolfowi z Bielic, w wyniku czego ten zmarl
-do jednego z barakow pod pretekstem wydawania mleka zwabiono dzieci,
do ktorych strzelano. Kilkoro ponioslo smierc
-podczas apelu geborski zatlukl na smierc Hermana Kowola z Bielic
-Geborski zatrudnil 35letniego mezczyzne
-w lecie 1945 Geborski zastrzelil podejrzanego o przynaleznosc do SS
-w drugiej polowie 1945 Geborski polecil straznikom mordowac
codziennie 10 osob
-w drugiej polowie 1945 Geborski polecil straznikom rozstrzelac grupe
wybranych 10 osob
-17 sierpnia 1945 Szypula polecil jednemu z wiezniow polozyc sie na
drodze, po czym przejechal po nim kilkakrotnie bryczka, powodujac jego
smierc
-8 wrzesnia 1945 Szypula zabil Marte Prousner z Kuznicy Ligockiej
-12 wrzesnia 1945 Szypula uderzeniem butelki w glowe spowodowal
smierc Jana Henkla z Kuznicy Ligockiej
-4 pazdziernika 1945 Szypula spowodowal podpalenie jednego z barakow.
Geborski pod pretextem usmierzenia buntu wydal rozkaz uzycia broni, w
wyniku czego zginelo wiele osob
Zarzuty te okreslono jako nie budzace watpliwosci, szareg innych
odrzucono w trakcie sledztwa ze wzgledu na sprzeczne badz niejasne
zeznania swiadkow.
Proces rozpoczety w marcu 1958 trwal do kwietnia 1959, kiedy to sad
kierujac sie zasada rozstrzygania wszelkich watpliwosci na korzysc
oskarzonego wydal wyrok uniewinniajacy. Sedziowie doszukiwali sie
sprzecznosci w zeznaniach swiadkow, majacych rzekomo znajdowac sie pod
wplywem rewizjonistycznej propagandy.
(za Gazeta AnArche nr.49)
Brigitte Jäger-Dabek
Wende im Lamsdorf - Prozeß?
Verhandlungen nach Sommerpause wieder aufgenommen
Glaubwürdige Zeugin
Nach langer Sommerpause
wurde am 19. Oktober im Oppelner Bezirksgericht der Prozess gegen
Czeslaw Geborski, den ersten Kommandanten des Lagers Lamsdorf
fortgesetzt. Geborski wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, im
Herbst 1945 den Brand einer Lagerbaracke geplant und durchgeführt zu
haben, in dessen Verlauf mindestens 48 Deutsche auf seinen Befehl getötet
wurden. Fünf Zeugen sollten an diesem Verhandlungstag gehört werden,
von denen nur zwei erschienen, die dritte Zeugin war verzogen, zwei
weitere Zeugen sind inzwischen verstorben. Eine Wende im Prozess war die
Aussage von Malgorzata Klejman, der ersten
Zeugin die aussagte, das Barackenfeuer mit eigenen Augen gesehen zu
haben. Alle bisherigen Zeugen hatten Geborski nicht belastet, denn sie
wussten von den Ereignissen des 4. Oktober 1945 nur durch Erzählungen
Dritter. Malgorzata Klejman war zur Zeit des Kriegsendes 16 Jahre alt
und damit um zehn Jahre älter als die jüngsten der bisher gehörten
ehemaligen Lagerinsassen. "Sie verhafteten mich und sperrten mich
in einem Keller irgend eines Falkenberger Hauses ein. Im Mai 1945
brachten sie uns aus diesem Keller nach Lamsdorf. Ich kam in eine
Baracke mit jungen Leuten", bezeugte sie. Unter den Wachmännern
erinnert sie sich noch besonders an Ignacy Szypulla, die rechte Hand
Geborskis, der habe als einziger Aufseher eine Uniform getragen und sei
überaus brutal gewesen, mehr als einmal sei es vorgekommen, dass er
Gefangene getötet habe, berichtete die Zeugin. "Ich sah das
Barackenfeuer, die Wachen trieben uns hin. Wir mussten Sand mit bloßen
Händen sammeln und ins Feuer werfen. Andere Gefangene, die aufs Dach
getrieben worden waren, fielen mitten ins Feuer, als das Dach einbrach.
Sie verbrannten wohl", erklärte Malgorzata Klejman. Die Zeugin
versicherte sie habe gesehen, wie Wachmänner die hinter dem Zaun
standen, auf die Gefangenen schossen, unter ihnen sei auch Geborski
gewesen. Dann habe sie die Leichen um den Ort des Feuers herum liegen
sehen. "Später kam eine Kommission, die den Kommandanten ablöste.
Es wurde etwas besser und wir hatten etwas mehr Bewegungsfreiheit im
Lager. Auch das Essen wurde ein wenig besser" erinnerte sich
Malgorzata Klejman. Im Gegensatz zu den bisherigen Zeugen habe sie auch
das Buch "Die Hölle von Lamsdorf" von Dr. H. Esser nicht
gelesen, versicherte sie. Die Verteidigung konnte ihr daher auch nicht
vorwerfen, sie habe sich davon beeinflussen lassen. Geborskis
Verteidiger Zbigniew Konowalczuk versuchte die Glaubwürdigkeit der
Zeugin in Frage zu stellen, indem er erklärte, nach bisherigen
Ermittlungen seien zum Löschen des Barackenbrandes keine Frauen
eingesetzt worden.
Die große Flucht - Das Schicksal der Vertriebenen
DIE
HÖLLE VON LAMSDORF.
Wir
veröffentlichen dieses - im ungekürzten Original noch viel
grauenhaftere - Dokument aus der polnischen Hölle, weil wir der
Meinung sind, dass die, von den gleichgeschalteten Medien,
beeinflusste, Öffentlichkeit, überhaupt keine Ahnung hat, welche
unglaublichen Verbrechen die tschechischen und polnischen und
russischen Verantwortlichen an der hilflosen deutschen Zivilbevölkerung
nach Kriegsende begangen haben. Untaten, die heute aber von den
deutschen Politikern und Medienvertretern im Zuge einer völlig
einseitigen "Versöhnung" ohne "Wenn und Aber"
totgeschwiegen und für nicht existent erklärt werden.
UND:
Nicht wir Deutschen, sondern ein Pole schreibt über das größte -
nach 1945 - polnische Konzentrations-Lager in Lamsdorf für Deutsche.
Wie man sieht, gibt es in jedem Land Menschen, die den Mut aufbringen
und das Risiko auf sich nehmen, für die Wahrheit einzutreten, gegen
den bestimmenden Zeitgeist. Die Zeitschrift "Zły" (Böse)
war herausgegeben durch Herrn Jerzy Urban, früherer Presse-Sprecher
der VRP, und verantwortlicher Redakteur war seine Frau. Vor paar
Wochen wurde die Zeitschrift durch Warschau praktisch verboten. Der
Autor des Interviews mit dem Stellvertreter des Kommandanten von
Lamsdorf, Ignac SzypuIa, ist der bekannte Schriftsteller Janusz
Rudnicki. Der Kommandant von Lamsdorf, Czeslaw Geborski,
wohnt in der Nähe der Staatsanwaltschaft in Kattowitz und bleibt
weiterhin unbehelligt von Justitia. Wie lange wird sich die Regierung
in Warschau mit dem EU-Beitritt befassen, ohne Stellung zu beziehen
gegenüber solch einem ungeheuerlichen Verbrechen?
POLNISCHE
SCHANDE.
Wir
haben nicht vergessen, wer begann den Zweiten Weltkrieg, auch nicht,
wer erbaute das Lager Lamsdorf. Relation, welche vorgestellt wird vom
hervorragenden polnischen Schriftsteller der Neueren Geschichte,
Janusz Rudniki, zeigt den Zeitabschnitt des Lagers, als die Henker wir
waren - Polen.
Das
Dorf Lamsdorf liegt 30 km südwestlich von Oppeln. In den Jahren
1870-1871, in der Zeit des preußischfranzösischen Krieges, entstand
hier das Gefangenen-Lager. Während des Zweiten Weltkrieges befand
sich hier einer der größten Lager-Komplexe für Gefangene der
Wehrmacht. Man schätzt, dass durch das Lager gingen ca. 380.000
Gefangene, davon etwa 200.000 russische. Den Tod von über 42.000
Menschen symbolisiert das
Denkmal der Martyrologie von
Kriegsgefangenen in Lamsdorf.
Am
18. Juni 1945 erging eine vertrauliche damals Anordnung des Wojewoden
für Schlesich-Dombrowa in Sachen Polnisierung von Oppelner Schlesiern.
Ein Fragment des Original-Textes:
"Bedingungslose
Entfernung der Deutschen aus ihrem landwirtschaftlichen Besitz und sie
hinter die Oder-Neiße schicken oder sie mit ganzen Familien an einem
abgesonderten Ort ansiedeln, wenn Siedler und Repatrianten kommen, die
auf diesen Gehöften angesiedelt werden sollen."
Diese
Anordnung unterschrieb Wojewoda, Divisions-General Alexander Zawadzki.
14.
Juli 1945- Landrat von Niemodlin Wladyslaw Wedziocha organisierte eine
vertrauliche Beratung in Sachen "Lösung des Problems der
Nationalität" in Kreis Niemodin.
Fragment
des Original-Textes:
"Man
entschloss sich für das Straflager für Kriegsgefangene in Lamsdorf,
in dem man ohne Schwierigkeiten etwa 20.000 Menschen unterbringen
konnte"
Czeslaw
G. (Gemborski), war Kommandant des Lagers von Ende Juli 1945 bis zum
Tag seiner Verhaftung am 30. Oktober 1945.
Die
Deutschen behaupten, dort starben 6.000 Personen.
Czeslaw
Gemborski wurde nochmals verhaftet im Juni 1956 Freigesprochen in
Jahre 1959. Der Prozess war eine Farce.
Czeslaw
Gemborski wohnt bis heute völlig unbehelligt in Oppeln. Ignaz Sz (Szypula),
der Vertraute von Czeslaw Geborski,
starb im Jahre 1973. wahrscheinlich fiel er betrunken vom Balkon,
obwohl Czeslaw G. das bestreitet. Sogar das."
Der
Henker von Lamsdorf, Ignacy Szypula, berichtet:
"Mein
Vater überlebte 4 Jahre deutsche Lager, danach lebte er im
Gips-Korsett, später im Gips-Bett, und starb, denn man hatte ihm 4
Wirbel der Wirbelsäule beschädigt. Meinen Bruder haben mir die
Deutschen im Jahre 1944 getötet, meine Mutter wurde nach dem Krieg
4mal operiert und starb, ich lebe noch. Aber kann sterben. Ich gehe zu
Ende wie dieses Jahrhundert, Jahrhundert des Teufels, jeder muss mir
Recht geben. -
Nicht
mehr lange gehe ich dort, wo ich selbst geschickt habe.
Wie
viele? In Deutschland leben noch ein paar, die scheißen weich, wenn
sie meinen Namen hören, reicht es?
Ich
heiße Ignac Sz. (Szypula), im Lager bekannt als "pan Ignac"
(Herr Ignac). In unserem Lager, für sie (die Deutschen).
Tod
für Tod. Dachten, dass was, dass sie ein Patent haben zum Töten? Wer
sollte Gerechtigkeit ausüben, die Geschichte? Und warum nicht ich,
ein Pole? Mit Namen Ignac, Nachname Sz.?
Sofort,
auf der Stelle und von der Hand.
Den
Verstand habe ich nicht löffelweise gegessen, aber das Hirn habe ich
anderen befohlen zu essen, direkt von der Erde, reicht es?
Ich
beginne von Anfang.
Man
sagte mir kurz, "du wirst im Lager arbeiten." Sie gaben
keine Richtlinie. Sie sagten, du kennst deutsche Lager, selbst hast du
gesessen, dein Chef G. auch, da wisst ihr ja. Gut.
Zuerst musste man kraft des Abschnittes XIII des Potsdamer Vertrages das
Gesindel zusammenklauben. Dreieinhalb Millionen dieses haben wir nach
Deutschland ausgesiedelt. Verifiziert, ausgesiedelt und umgesiedelt.
Alles, was deutsch, nach Deutschland! Und da schnell!
Im
Juli 1945 lagerten am Bahnhof in Oppeln 20.000 Unsere aus dem Osten!
Sollten wir warten? Bis was, dass die Deutschen von selbst
verschwinden? Wir haben ihnen das Leben schwer gemacht, wie wir nur
konnten. Sie versteckten sich wie Mäuse, wenn sie einen von uns in
Uniform sahen, aber sie saßen.
Wir
packten ihnen die Repatrianten in ihre Häuser. Mussten zusammen
wohnen, sie erstickten fast wie in der Hölle, aber sie blieben.
Wenn
so, da haben wir angefangen. Von Bielic. Wir sind angefahren mit LKW
im Morgengrauen. Das Militär umzingelte das Dorf und wir, die Miliz,
und die Sicherheitspolizei zogen sie aus den Häusern. Alles, was
deutsch ist, in 5 Minuten raus. Sachen auf sich und auf die Weide, mit
dem Vieh! Wussten nicht wozu, wussten nicht wohin, wie das wohin?!
Raus
aus Polen! Nach Deutschland! Nach Hause! Mit kleiner Haltestelle
für eine Übergangs-Ruhepause, in Lamsdorf. Beim "Herrn Ignac".
Manche
kamen aus dem Haus barfuss, direkt aus dem Bett, manche mit
schlafenden Kindern auf dem Arm. Manche wollten uns narren, probierten
polnisch zu sprechen, nix da, an den verlausten Kopf und raus aus der
Bude. Jetzt sind sie Polen!?
Mit
der Hand Kopfschläge oder mit dem Kolben und auf den Weg.
Haj-li Haj-lo, Haj-la, Hitler-Lieder befahlen wir ihnen zu singen. Unterwegs
auch in die Schnauze (w drodze -teź wpierdol).
Heiß
war es, schleppten sich, da prügelten wir. Alte mussten gestützt
werden, von den Jungen. Damit sie das Tempo mithalten konnten.
Wir
trieben sie aus Gracz, Jaczowic, Jakubowic, Klucznika, Korfantowa,
Kuznicy Logockiej, Ligoty Tulowieckiej, Lipowa, Lipna, Magnuszowie,
Oldrzyszowic, Przechoda, Szydlowa, an alle kann ich mich nicht
erinnern. Zusammen waren es an die 30 Dörfer. Etwas trieben wir auch
zusammen aus Niemodlin und Prudnik.
Sie
gingen nach Lamsdorf wie die Ameisen unter unseren schweren polnischen
Stiefeln.
Es
gab auch welche, die sangen "Pod Twoja Obrone" (Unter deine
Obhut Herr). Jetzt da sind sie Polen!
"Arbeits-Lager
in Lamsdorf", so war die Überschrift über dem Eingangstor. Jetzt
werdet ihr sehen, was ihr ausgedacht habt.
Ich
habe es ausgedacht? Oder irgend ein Pole? Mich anklagen? Für was? Ich
habe ausgedacht das Töten Unschuldiger für Schuldige? Ich habe
ausgedacht das Gipsbett für meinen Vater?
Im Lager hinter dem Tor wartete auf sie die Gerechtigkeit. Wartete auf
sie unser Chef, Czeslaw Geborski,
20 Jahre alt, so wie wir. Unser Mann, von den Deutschen hat er seins
gelitten. War bei unseren Partisanen. 1944 fiel er in ihre (deutschen)
Tatzen und saß im Lager Myslowitz. Partisanen-Abteilung (Czarny)
befreite ihn aus dem Transport nach Auschwitz.
Gleich
1945 nach der Befreiung trat er in die MO (Bürgermiliz) ein, um in
Schlesien die Deutschen auszurotten. Jung war er und schon Feldwebel.
Wartete
auf sie sein Stellvertreter Stanislaw D., Edek Z., Antek K., unser
polnischer Deutsche Jan F., und Herbert P. .und andere und auch ich,
die rechte Hand des Chefs, Ignac.
Die
Gerechtigkeit ließ sie vor der Baracke stehen und warten auf die
Registrierung, es konnte auch mal den ganzen Tag sein.
Die
Registrierung haben wir angefangen mit einer gründlichen
Durchsuchung. Wir nahmen alles. Eine versteckte ihren Ring in den
Haaren, wir schnitten sie ab. Wir nahmen und prügelten. Mit Kolben, Händen,
Füßen. Alte, Junge, Frauen. Alles, was sich bewegte, außer Kindern.
Zum "Guten Morgen", psychologisch, wie der Czesiek Geborski
sagte, damit man den Gehorsam in ihnen zupflügt.
Ich
erinnere mich, wie wir solchen sechs Helme auf die Köpfe setzten und
prügelten drauflos so lange, bis Blut über die Augen floss. Die
hatten trotzdem noch Glück.
Einmal
erblickten wir einen mit einem Bart, der kam gar nicht in die Baracke
zur Registrierung, Judas. Johann hieß er, Johann L. Wir zogen ihn am
Bart in die Werkstatt und dort schraubten wir ihm den Bart in den
Schraubstock und zündeten den Bart an, damit er aussieht wie ein
Bettler. Er schrie, daß er Kinder hat. Die Reste vom Bart schnitten
wir mit dem Messer ab, mit der Haut!
Mit
Zangen rissen wir ihm die Fingernägel aus, einen nach dem anderen.
Dann steckten wir ihm eine Schulter in den Schraubstock und brachen
sie. Mit der anderen dasselbe.
Dann
haben wir angefangen, ihm mit Schlüsseln auf den Kopf zu klopfen, puk,
puk, ist da wer? Und dann hämmerten wir auf den Schädel, es
gluckste, Knochen krachten…
Geteilt
haben wir die Baracken so:
Für
Männer, für Frauen, Frauen mit Kindern und Frauen, die arbeiten
konnten. Und Ruhe. Keiner kennt den anderen. Sollte irgendein Mann zu
seiner Frau ein Wort sagen oder eine Frau zu ihrem Mann oder Kind
sagen, Prügel. 25 Schläge.
Einmal
sah eine Frau ihren Mann, lief zu ihm, was haben wir gemacht.
Drei
Tage in der Sonne ohne Essen und Trinken. Sie hielten sich an den Händen
und lagen. Es gab kein Mitleid.
Von
der Erde in die Krankenstube, von der Stube unter die Erde!
Einer
hat mich mal gebeten, ich möchte ihn doch nicht töten, sondern erst
nächsten Morgen, er möchte gern noch seine Frau sehen, er hat sie
nicht gesehen!
Meine
Nummer 14 am Tag der Feuersbrunst, aber ich komme noch darauf.
Der
Tagesablauf sah so aus: Um 6 Uhr wecken, aufstehen und auf den Platz.
Laufen - fallen - kriechen - laufen. Alt nicht alt. Krank nicht krank,
"Morgengymnastik" auf polnisch. Kommando und abzählen auf
polnisch, von eins bis wie viele es waren.
Wer
nicht konnte, wer falsche Zahl zahlte, Prügel, alt oder krank. Mit Knüppeln,
Füßen, Händen. Wir prügelten so lange, bis.... Wer krepierte, der
krepierte. Schuhe runter und ins Loch mit dem Aas. Manchmal, zum
Zeitvertreib, befahlen wir einigen, auf die Bäume zu klettern bis in
die Wipfel. Andere wiederum mussten die Bäume absägen. Sie sind
runtergefallen wie Birnen.
Gemborski
hat mal einem befohlen, auf den Baum zu klettern und schreien, ich bin
ein Affe! Und wir haben geschossen, bis er runterfiel! Schuhe runter
und ins Loch, ob er lebte oder nicht, seine Sache. Dann Appell,
Einteilung in Arbeitsgruppen im Lager und außerhalb. Um 12 Uhr
Ruhepause, dann wieder Arbeit, am Abend, um 20 Uhr Ruhe.
Ich
sage Prügel, aber solche Prügel muss man sehen! ... Wir droschen,
wie das Korn auf der Tenne. Haut und Fleischfetzen hingen in Streifen.
Sie lagen in der Krankenstube und waren am Krepieren. In den Wunden
tummelten sich Klumpen von Fliegen. Eins sage ich dazu, dass keiner
von uns sie vergewaltigt hat. Der Tod war für sie die Erlösung. Sie
starben an Blutvergiftung.
Wir
hatten keine Pferde, da haben wir vor den Pflug und die Egge Männer
vorgespannt. Vor den Pflug 12, vor die Egge 8 bis 12, es kam darauf
an, wie stark sie waren. Es kam vor, dass auch Frauen ziehen mussten.
Wir hatten keine Autos, da spannten wir sie auch vor einen Wagen oder
Anhänger, um Proviant zu holen, z.B. Oder vor eine Kutsche, um mit
dem Kommandanten spazieren zu fahren.
Wie
richtige polnische Herren!
Fünfzehnten
September spannten wir vor den Wagen 16 Mann, denn wir mussten schweres Gerät ins Dorf bringen. Wir prügelten sie mit Stöcken, was
das Zeug hielt, sie schafften es. Auf dem Rückweg, im Wald, haben wir
etwas herumgeschossen. Die Hälfte von ihnen (Männern) haben wir mit
Schüssen zum Teich getrieben und ersoffen. Sechs davon haben uns zum
Lager gezogen. Drei davon haben vor Schreck die Sprache verloren,
einer hat sich selbst erhängt.
Wir
schossen auf die Leute in den Bäumen, wie auf Affen, schossen in die
Leute wie auf Fliegen. Einmal sind zu viele Weiber in die Latrine
reingegangen, ich schoss eine ganze Serie in sie hinein.
Manche
bekamen in den Bauch, andere in die Brust. Die Kugeln trafen wie das
blinde Los. Stöhnten,
jammerten, röchelten. Ins Loch damit! Damit keine Spur bleibt, unter
die Erde. Sie bogen und krümmten sich in der Erde, wie große Würmer,
wir schütteten sie mit Sand zu. "Herr Ignac"
kannte kein Mitleid. Aber jeder kannte "Herrn Ignac". Höchstens,
dass nicht, da prügelte ich, oder ich gab Befehl zum Prügeln.
Zwei
junge Hurensöhne gingen an mir vorbei, so an die 15 Jahre. Weder
"Achtung", "Morgen", Einer musste den anderen prügeln.
Über einen Hocker und 25 auf den Arsch. Geschont haben sie sich, da
habe ich ihnen gezeigt, wie es geht. Mit einem dicken Kabel. -
Wir
prügelten und töteten. Wir haben sie ausgesiedelt aus dieser Erde.
Lehrer, Pl Beamte, Kaufleute, Geistliche haben die Vorfahrt gehabt.
Wir begossen sie mit Sejche, bewarfen sie mit Scheiße, unter die
Fingernägel trieben wir ihnen Nägel ein.
Einem
Schuster aus Bielic, 58 Jahre, (1 sprang ich so lange auf dem Rücken
herum, bis er krepierte. Seinem Kumpel aus demselben Dorf, 65 Jahre,
kam das Hirn heraus, so habe ich ihm mit in dem Kolben den Schädel
zertrümmert. Einen erschoss ich, weil er Brillen trug, so ein
Intelligent. - --
Zusammen
mit dem Chef, Czeslaw G., haben wir dem Lehrer Wolf aus Bielic mit der
Säge sein krankes Bein abgesägt. Er schrie sich zu Tode. Wir
erschossen eine Frau im 9. Monat schwanger -. dann auch ihre kleine
Tochter, als sie Blumen legte auf das Grab der Mutter.
Auf
dem Lagergelände streunten Tag und Nacht hungernde Kinder. Waisen
oder Getrennte von ihren Müttern. Bettelten vom Fenster zum Fenster
und starben leise.
Eines
Tages gaben wir bekannt, da» wir in der Baracke Milch haben für die
Kinder. Sie kamen, wir erschossen sie!!! Janek F. war gut, er musste gut sein, denn bis zum Ende war er nicht einer von uns.
Eine
Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm bat um Suppe, er schlug zu, direkt
aufs Köpfchen. Und dann prügelte er die Mutter, sie floh vor ihm mit
einer roten Kugel im Arm (blutiges Köpfchen des Kindes).
Wir
klopften ihm anerkennend auf die Schulter, dass er wenn auch nicht
einer von uns, so doch wie unser. Janek F. tötete zig Babys, gleich
zwei auf einmal. Er zertrümmerte die Köpfe, indem er sie
zusammenschlug.
Wir
verboten für die Toten Kreuze aufzustellen.
Paar
Frauen mit Kindern wollten es doch tun, fielen erschossen gleich auf
ihre Männer, Väter und Kinder. Wen wir nicht erschlagen haben, der
krepierte an Hunger oder Krankheit. An Typhus starben sie wie die
Fliegen. Läuse fraßen ihnen die Haut so, dass man blanke Rippen
sehen konnte.
So
oder so haben wir zu wenig getötet. Czesiek G. wollte wenigstens zehn
(10) am Tag.
Später
mehr und mehr, Dörfer mussten schließlich geräumt werden für
unsere, aus dem Osten, denn sie nächtigen im Bahnhof in Oppeln, aber
das habe ich schon geschrieben.
Am
4. Oktober zündeten wir zusammen mit D. die Baracke Nr. 12 an. Vorher
haben wir alle getrunken.
Da
war nicht was zu löschen, aber den Frauen haben wir befohlen, Wasser
und Sand zu schöpfen, den Männern das aufs Dach tragen, schütten
und löschen. Wir schossen, wenn sie runter wollten. Das Dach ist
eingebrochen, die Männer fielen rein und verbrannten. Die, die Angst
hatten, näher zukommen, warfen wir ins Feuer. Die Familienmitglieder
flehten uns auf Knien an, es gab kein Mitleid, der Ehemann brannte vor
den Augen seiner Frau und umgekehrt.
Czeslaw
6. gab Befehl zum Schießen, weil angeblich Aufruhr der Gefangenen,
weil es brennt, und sie wollen fliehen. So fingen wir an zu schießen.
Wir haben geschossen alle in alle.
Wer
kann das heute zusammenzählen, paar hundert Getötete könnten es
sein. Aus der Nähe, aus der Ferne, wie sie standen oder flohen. Jeder
von uns hat laut gezählt, wie viele er hat. D., der Vertreter von
Czeslaw G. tötete sechsundvierzig, ich verlor die Übersicht. Aus der
Krankenstube zog ich ein altes Weib heraus und zertrümmerte sie
gleich am Graben, ich tötete einen Vater von 6 Kindern, denn nach dem
Feuer brach er psychisch zusammen.
Die
letzte Leiche an diesem Tag war von mir. Mit einem Schuss in den
Hinterkopf erschoss ich den Sanitäter, er trug eine Armbinde des
Roten Kreuzes, und trug Suppe für ein krankes Kind-. Herbeigerufen
habe ich zwei, damit sie ihn auf einer Trage zum Graben bringen, da
bei dem Toten das Hirn zu sehen war, befahl ich ihnen, es zu essen.
Sie wollten nicht, ich prügelte sie- mit dem Kolben.
Tote
und Schwerverwundete haben wir befohlen in Gräben zu werfen und zuschütten.
Die Erde bewegte sich, man hörte das Röcheln, die Totengräber mussten
solange darauf trampeln, bis sich die Erde aufhörte zu bewegen und es
war still.
Durchgeführt
wurde die Exhumierung der Leichen von Soldaten der Roten Armee. Wir
haben befohlen, die aus der Erde herauszuholen, die ihre (deutsche)
Soldaten dort vergraben haben. Mit bloßen Händen, Männern und
Frauen. Von den Leichen stank es wie aus der Hölle, verwest waren sie
schon so, dass ihre Teile man sogar in den Stiefeln hatte.
In
manchen Gräbern waren die Leichen so verwest, dass, wenn wir jemanden
reinwarfen, der kam aus dieser schleimigen Masse nicht mehr raus.
Wir
vergruben auch solche, die nur ohnmächtig wurden. Sie kamen zu
sich als man Sand auf sie schüttete. Sie schrieen wie irre. Die Totengräber
vergruben sie in so einem Fall im Eil-Tempo.
Wenn
mich heute jemand fragen würde, ob ich diese Schreie höre, da nein,
ich höre nicht. Für Sünden bereue ich nicht. Amen.
Janusz Rudnicki
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